SFFS-Lesezirkel Leseaktion … … für die gemeinsame Buchbesprechung beim März´2018 SFFS-Stammtisch, lesen wir derzeit unseren ersten Roman der Leseliste´2018 … Wenn Du Lust auf unsere Buchbesprechung hast, komm doch einfach […]
Für unser nächstes Treffen stehen, neben den obligatorischen Diskussionen in kleinerer und größerer Runde, sowie Bier und Bauernschnitzel, die folgenden Themen auf der Agenda:
Wie jeden zweiten Monat diskutieren wir im Lesezirkel gemeinsam über einen Roman aus dem Phantastik-Bereich. Dieses Mal steht “Hologrammatika” von Tom Hillenbrand auf dem Programm. Die ersten Meinungen der Stammtischler finden sich auf dem Gruppen-Shelf bei Goodreads.
Sofern er es zeitlich schafft, wird Michael B. einen Vortrag über die Geschichte des SF-Clubs Baden-Württemberg halten. Wir sind gespannt!
Es wird ein kurzes Update zum Thema Homepage geben.
Die beiden Kölner Stoffel (vom Podcast Schriftsonar) und Michel weilen im Schwabenland und werden natürlich auch bei uns aufschlagen, um fleißig mit uns mit zu diskutieren.
Besuch der Klingonen-Veranstaltung im Rahmen der Dragon Days 2018
..in Stuttgart, am 18.September 2018 im Linden-Museum
von reherrma
… Alle Jahre wieder fand das Cross-Media Festival in Stuttgart statt, diesesmal in etwas kleinerem Rahmen und in der ganzen Stadt verteilt. Mein Interesse fand dieses Mal die Star Trek-Veranstalung im Linden-Museum.
Beginnend mit der Lesung aus dem klingonischen Orginal !!! von Hamlet durch den Schauspieler Benjamin Stedler startete die Veranstaltung durch mit dem Top-Act des Tages:
Der Vortrag des Medienwissenschaftlers an der Universität Siegen; Privatdozent Dr. habil. Andreas Rauscher befasste sich mit dem Thema:
The Klingon Empire Strikes Back: Transformationen eines intergalaktischen Imperiums…
Die Klingonen
In diesem Vortrag stellte Dr. Rauscher die Klingonen als eines der wichtigsten Elemente des Star Trek Kosmos im Wandel der Zeiten dar. Die Klingonen in der allerersten TV-Serie: Star Trek – The Original Series (TOS) waren ein Kind der damaligen Zeit des Kalten Krieges. Roddenberry, der Schöpfer des Star Trek Kosmos, stellte die Klingonen als tumbe Krieger, die nur auf Gewalt und Krawall aus sind, dar und in der Erscheinung ähnelten sie mongolisch- kaukasische Raufbolden. Im ersten Star Trek-Kinofilm tauchten sie physiologisch verändert wieder auf mit der charakteristischen Stirn-Knochenplatte und langen, fettigen Haaren. Hier sprachen sie auch zum ersten Mal klingonisch. Waren sie in diesem Film nur ein nettes Beiwerk, kamen sie in den weiteren Kinofilmen immer weiter zur Geltung. Dr. Rauscher führte auf die Frage nach den physiologischen Unterschieden zwischen TOS und Star Trek: The Next Generation (TNG) oder Star Trek: Deep Space Nine (DS9) einen Ausschnitt aus der berühmten DS9-Folge: Immer die Last mit den Tribbles vor, bei dem die DS9-Crew eine Zeitreise in die TOS-Zeit unternahm und zwar in die TOS-Folge, als die Tribbles die ENTERPRISE befallen haben. Hier gab es auch eine Szene (eine Schlägerei) mit den TOS-Klingonen, bei der Miles O’Brian und andere DS9-Charaktere Worf fragten, warum die anders aussehen: Worf antwortete: “Wir sprechen nicht gerne darüber“.
Dies, so Dr. Rauscher, ist ein gutes Beispiel, wie man mit Unstimmigkeiten im Star Trek-Kanon umgegangen ist, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass bei Star Trek: Enterprise (ENT) diese Frage endgültig geklärt wurde (es war ein Gen-Defekt).
Interessant auch die Aussage, dass Roddenberry in den 60er Jahren im sowjetischen Staats-Organ Prawdadafür kritisiert wurde, dass die Russen (die Klingonen wurden allgemein im Kalten Krieg als Russen identifiziert) in amerikanischen Filmen und Fernsehserien immer schlecht wegkommen. Daraufhin wurde bei TOS die Figur des Pawel Chekow eingeführt…
Dr. Rauscher führte auch aus, dass DS9 wie keine andere Serie oder Film, den Star Trek Kosmos dadurch bereicherte, dass sie die Völker der Förderation und ihre Gegner so genau darstellte, die Hintergründe, die religiösen, historischen und politischen Hintergründe darlegte und auch damit agierte. So wurden auch die Klingonen im DS9 während des Dominion-Krieges von einem Feind zu Verbündeten der Förderation, dies manifestierte sich wie bei keinem anderen in der Figur des klingonischen Offiziers Worf, zuerst auf der Enterprise unter Captain Picard, dann auf Deep Space Nine unter Captain Sisko.
Abschließend ist zu sagen, daß Dr. Rauschers Vortrag auch für diejenigen einen Mehrwert bedeutete, die sich im Star Trek Kosmos gut auskennen, besonders aber auch für Neulinge. Ich hoffe auch, dass der Wunsche nach einer klingonischen Oper irgendwann in Erfülltung geht.
Hier findet sich noch ein interessantes Interview mit Dr. Rauscher zu seinem Vortrag:
Nach diesem Vortrag brachte Benjamin Stedler nochmals einen längeren Vortrag aus Hamlet auf klingonisch vor, bevor man sich zur abschließenden Podiumsdiskussion zusammenfand.
Im Gespräch mit Moderator Björn Springorum beantwortete der Science Fiction-Autor (und Star Trek Autor und Übersetzer) Bernd Perplies, Dr. Rauscher und Benjamin Stedler locker und kompetent die Fragen zu Star Trek. Stedler erzählte, wie es dazu kam, dass er den Hamlet auf klingonisch rezitiert und wie schwierig die Umsetzung war. Dr. Rauscher, der seine Doktorarbeit über Star Trek geschrieben hat, erzählte auch, warum er DS9 zu der wichtigsten Star Trek-Serie zählt (mit Abstrichen auch TNG) und warum er ST: Discovery nicht so gut findet (Discovery fällt aus dem Star Trek Kanon heraus und die Klingonen sind dort wieder total anders). Auch die moderne Erzählweise der neuen TV-Serien (sequenzielle Erzählweise) gab es auch schon mit DS9, warum braucht es hier eine neue Serie, die sowieso den Star Trek Kanon ab adsurdum führt, man hätte auch TNG und DS9 weiterführen können, wie es in den Star Trek Büchern geschieht. Her erklärte Bernd Perplies nochmals, wie es zur Star Trek: Prometheus-Trilogie gekommen ist (die inzwischen auch auf englisch vorliegt).
Nach einigen Fragen aus dem Publikum endete diese Veranstaltung. Wie es auf den Dragon Days üblich ist, befinden sich im Publikum wenig Leute, die sich mit Science Fiction und Phantastik auskennen, dementsprechend sind auch die Fragen. Dennoch eine schöne Veranstaltung, m.W. auch die einzige SF-Veranstaltung auf den Dragon Days 2018. Ich hoffe, dass es in den nächsten Jahren, sollte es die Dragon Days noch geben, wieder mehr SF geben wird, dieser Aufgabe wird sich der Kurator der Dragon Days, Tobias Wengert, hoffentlich annehmen.
Autoren zu Gast beim Stammtisch der Science-Fiction-Freunde Stuttgart
Die „Science-Fiction-Freunde Stuttgart“ sind ein umtriebiger Haufen von netten Leuten, die sich gerne gemeinsam ihrem Hobby, der Science-Fiction- und Fantasy-Literatur, widmen.
Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist hierbei der monatlich stattfindende Stammtisch im Gasthof “Der Föhrich” in Stuttgart-Feuerbach, bei dem man sich in gemütlicher Runde zu aktuellen Themen rund um die Phantastik in Literatur und sonstigen Mediengattungen austauscht.
Auch das gemeinsame Lesen und Diskutieren von Büchern ist beliebter Bestandteil des Stammtisch-Lebens. Neben der “Offline-Diskussion” am Stammtisch wird dieser Lesezirkel ergänzt durch eine begleitende Diskussion des Buches auf der Online-Plattform “Goodreads”, auf welcher der Stammtisch eine eigene Gruppe betreibt.
In regelmäßigen Abständen finden im Rahmen dieser Lesezirkel ganz besondere Highlights statt. Wenn nämlich der Stammtisch den Autoren des Lesezirkel-Buches zu einem gemeinsamen Abend in unsere Stamm-Location, den “Föhrich”, einlädt, dann können sich Autoren und Leser auf eine außergewöhnliche Veranstaltung freuen. In typischem Stammtisch-Ambiente entspinnt sich eine besondere Mischung aus Lesung und Diskussion, in regelmäßigen Abständen unterbrochen durch die Bestellung und Auslieferung weiterer Runden von Bier und Bauernschnitzel.
Neben der gemütlichen Atmosphäre macht folgender besonderer Umstand den Abend auch für den Autoren zu einem außergewöhnlichen Ereignis: Hier hat er die Möglichkeit, in einer interessierten und fachkundigen Runde, in der ein Großteil der Anwesenden das Buch gelesen hat, in ein profunde Diskussion über sein Werk einzusteigen.
Und so wundert es auch nicht, dass die beiden ersten Veranstaltungen in dieser Reihe auf sehr positive Resonanz gestoßen sind, und man jedes Mal mehrere Stunden gemeinsam “verhockt” ist.
Hier einige Eindrücke der Veranstaltungen im Zeitraum 2017 bis 2018 mit sehr bekannten Autoren der SF- & Phantastik-Literatur:
In gewohnter Manier genossen wir bei Büchern, Bier und Bauernschnitzel die vielen detaillierten Einblicke in Bernds Werke, seine persönlichen Biographie-Momente und großartige Hintergrund-Informationen!
Die lebhafte Diskussion mit tiefer gehenden Fragen und Antworten boten einen sehr umfassenden Informations-Pool der sogar exklusive Autoren-Erfolgs-Tipps umfasste.
Natürlich fand auch eine persönliche Signier-Runde mit Bernd für uns statt!
Anlässlich des Zukunfts-Symposiums “Future 2025” an der Uni Stuttgart, bei dem Andreas bei der Podiumsdiskussion teilnahm, freuten wir uns über seinen bei uns angefragten Spontan-Besuch, am Donnerstag, den 22. Februar 2018, in unserer Stamm-Location: Gaststätte “Der Föhrich” in Stuttgart-Feuerbach, Triebweg 95.
Andreas Brandhorst wurde für seine Romane und Kurzgeschichten mehrfach unter anderem mit dem Kurd-Lasswitz-Preis und dem Deutschen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet und ist darüber hinaus für seine Übersetzungen der Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett bekannt.
In ausführlichen Darlegungen zu seinem Schaffen & Werden und Tipps als Autor, schlug uns in Andreas einen gelungenen langen Abend lang, in seinen Bann! Schwerpunkt des Abends war dabei natürlich die intensive Diskussion zu “KI” Künstliche Intelligenz!
Selbstverständlich holte sich jeder von uns eine Signierung von Andreas ab!
Autor und Stammtisch-Mitglied Thomas Rabenstein stellte uns seine seit vielen Jahren erfolgreich laufende große Science-Fiction-Romanserie NEBULAR vor!
Das war ein sehr spannender und eindrucksvoller Autorenabend, am Freitag, den 2. Februar 2018, in unserer Stamm-Location: Gaststätte “Der Föhrich” in Stuttgart-Feuerbach, Triebweg 95.
Die NEBULAR-Serie läuft schon seit vielen Jahren, ist in mehrere Sprachen übersetzt und Thomas arbeitet derzeit auch an der daraus entstandenen Spin-Off-Serie.
Die Entstehungsgeschichte der Serie und das Serien-Universum wurden uns in einer umfassenden Präsentation eindrucksvoll dargestellt!
In der Diskussionsrunde ergaben sich viele interessante Fakten und speziell auch Tipps für Neulinge, wie man am besten in diese laufende Serie einsteigt.
Die NEBULAR-Serie mit dem NEBULARversum, erhält nun begeisterten Zuwachs aus den Reihen der Leser des SFFS-Lesezirkels und natürlich der Perry-Rhodan-Romanserie-Leser!
Klaus N. Frick gab uns die Ehre bei unserem veranstalteten Autorenabend, am Freitag, den 1. Dezemberv 2017, in unserer Stamm-Location: Gaststätte “Der Föhrich” in Stuttgart-Feuerbach, Triebweg 95.
Wir erfuhren von seinem Werdegang und erhielten einen umfänglichen Einblick in seine Arbeit als Chefredakteur der “Perry Rhodan” Serie, mit aktuellen Informationen aus dem PERRYversum und der Perry Rhodan Redaktion.
Mit der Lesung aus seinem aktuellen Fantasy Roman “Das blutende Land” – das insgesamt sehr positiv bewertet wurde – stiegen wir (die anwesenden Gäste und der SF-Stammtisch) in die Diskussionen ein, und erfassten die Details anhand der Anmerkungen von Klaus und Austausch der Gedankengänge mit ihm, viel deutlicher.
Selbstverständlich gab es persönliche Widmungen bei der Signierungsrunde mit Klaus und viele interessante Gespräche beim anschließenden gemütlichen Zusammensitzen.
Der sehr bekannte Autor, Robert Corvus, der nicht nur Fantasy oder SF-Romane, sondern auch Romane für PERRY-RHODAN – die größte SF-Serie der Welt – schreibt, war bei unserem Ersten Autorenabend zu Gast, zusammen mit Fans seiner Werke.
Nach dem gemeinsamen Lesen des Fantasy-Romans GRAUWACHT in unserem SFFS-Lesezirkel, freuten wir uns alle auf einen besonders spannenden Abend mit Robert!
Robert las aus seinem Buchroman GRAUWACHT und auch aus seinem noch unveröffentlichten Perry Rhodan Heftroman vor! Nicht nur unsere weiblichen Mitglieder seines Fan-Kreises hörten Robert fasziniert zu!
Eine begeisterte Diskussion entfachte sich weit über Mitternacht hinaus! Mit tief schürfenden Detailfragen, zu denen Robert seine Gedanken darlegte und ergiebige Antworten erläuterte – beispielsweise: Wie kann astronomisch betrachtet, ein Mond die Farbe wechseln?
Gut, dass wir Robert schon vorher in den Pausen mit der Signierung der gelesenen Bücher bestürmen konnten!
Alice B. Sheldon ist eine der schillerndsten Figuren der Science-Fiction-Literaturgeschichte. Über viele Jahre schrieb sie unter dem männlichen Pseudonym James Tiptree Jr., ihre wahre Identität war ein lange diskutiertes Mysterium. Viele ihrer Werke gelten heute als Klassiker des Genres.
Vor kurzem erst ist die ambitionierte und schöne Werksausgabe ihres Schaffens im Septime Verlag komplettiert worden.
Nicht zuletzt aus diesem Grund wollen wir uns am November-Stammtisch-Treffen der Stuttgarter Science-Fiction-Freunde näher mit dieser außergewöhnlichen Frau befassen. Franz wird für uns einen Vortrag über diese herausragende Schriftstellerin, ihr spannendes Leben sowie ihre besten Werke halten.
Wie immer ist der Stammtisch jederzeit offen für alle Interessierten. Wir treffen uns am 9. November 2018 ab 18:30 in der Gaststätte “Der Föhrich” in Stuttgart-Feuerbach.
Neben diesem Vortrag werden wir im Rahmen unseres Lesezirkels die klassische SF-Kurzgeschichte “Der Himmel auf dem Mars” von Ray Bradbury besprechen. Zu finden ist diese unter anderem in der Anthologie “Science Fiction Hall of Fame Band 2” des Golkonda Verlages.
Und natürlich wird es wieder reichlich Bier und Bauernschnitzel geben!
Die Ehrengäste:
Prof. Manfred Nagl | Arnulf Meifert | Jana Heidersdorf | Aliette de Bodard | Kai Meyer | Alastair Reynolds | Nicholas Sansbury Smith
Conbericht zum ELSTERCON´2018
..in Leipzig, vom 21. bis 23.September 2018
von reherrma
Dass die, alle zwei Jahre stattfindenden, Elstercons zu meinen “Lieblings-Conventions” gehören, hat diese Convention im “Haus des Buches” in Leizig wieder mal eindrucksvoll bestätigt.
Die “lange” Anreise aus Stuttgart nach Leipzig am Con-Freitag führte, wie immer, am frühen Freitag-Abend ins Haus des Buches zur launigen Con-Eröffnung durch Boris Koch und Christian von Aster, nicht ohne vorher im Foyer einen Kaffee mit bereits anwesenden Bekannten & Freunden eingenommen zu haben. Wer sich zum Elstercon trifft, gehört zur “Familie“, mit denen man sich über Jahre über “unser” Genre ausgetauscht hatte und die man oft sehr lange nicht mehr getroffen hat, umso herzlicher sind die Begegnungen…
Die “Con-Eröffnungs-Story” des Duos Koch/von Aster lief sinngemäß folgendermaßen ab: Im Gespräch mit zwei übellaunigen Technikern auf einem Weltraumbahnhof werden die ankommenden Raumschiffe und ihre Besatzungen thematisiert und insbesondere ihre Passagiere vorgestellt. Daß sich darunter die Ehrengäste und andere Promis der Convention verbergen, macht den Spaß, den Porträtierte und Publikum haben, aus.
Danach startete die Convention mit zwei verschiedenen Programmschienen in zwei Sälen, ich werde hier jetzt aber nicht jedes Panel hier beschreiben und beschränke mich auf die, für mich, eindruckvollsten…
Im Gespräch mit Kai Meyer erzählt der Autor von seinem Faible für die SF Space Opera, insbesondere die Werke von Leigh Brackett oder Edmond Hamilton haben den jungen Kai Meyer beeinflusst, so freute er sich sehr, daß ihm bei Fischer TOR die Gelegenheit geboten wurde, mit der “Die Krone der Sterne”-Trilogie eine Space Opera schreiben zu dürfen die in der Tradition seiner Vorbilder steht. Unterbrochen von Lesungen aus diesen Romanen war dieses Panel für alle Interessierten sehr erhellend…
1. Teil des “visuellen” Conberichts von reherrma…
Der “Con-Freitag” ging wie immer mit einer “Nacht-Lesung” durch Boris Koch und Axel Kruse zu Ende, die teils humorigen Geschichten führten zusammen mit dem damit verbundenen Bierkonsum zu einem vergnüglichen Ende (zumindest im Haus des Buches) des Con-Prologs.
Am Samstag-Morgen des 2. Contags zeigte die Fantasy-Illustratorin Jana Heidersdorf ihr Können mit einem faszinierenden Vortrag zeigte sie ihren Werdegang und ein Kaleidoskop ihrer Arbeiten.
Der ehemalige Professor für Medienwissenschaft und Popularkultur an der Stuttgarter Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen Prof. Manfred Nagel referierte auf seinem Panel über wiederendeckte SF-Filme aus den Jahren 1909 bis 1935. Unter Filmwissenschaftlern gilt es als erwiesen, dass 80% aller, bis 1930, gedrehten Stummfilme verschollen sind, insbesondere gilt dies für Filme mit phantastischen Inhalten, sie galten in der damaligen Zeit als peripher und minderwertig. Umso erstaunlicher ist es, dass immer wieder Fragmente davon auftauchen und manche auch mühevoll restauriert wurden. Prof. Nagl zeigte auf diesem Panel einige erstaunliche Beispiele; so zeigte er hier eine Auswahl aus der elfminütigen Verfilmung des Frankenstein-Stoffes durch die Edison-Company, wahrscheinlich die erste Verfilmung von Frankenstein überhaupt. Auch frühe Marsreisen wurden in Fragmenten vorgeführt, insbesondere gab es einen deutschen Propaganda-Film zum 1. Weltkrieg, bei dem Marsianer das deutsche Reich besuchten (u.a. Das Oktoberfest) und daraufhin Unverständnis äußerten, warum Deutschland von Feinden umzingelt wird… Sehr eindrucksvoll…!
Karlheinz Steinmüller und Arnulf Meifert referierten über die amerikanische SF-Autorin Nnedi Okarafor, insbesondere die Lesung des Theaterwissenschaftlers, Regisseurs und Schauspielers Arnulf Meifert aus Okafarors Buch “Das Buch des Phönix” begeisterte das Publikum. Für mich war das eine der besten Lesungen, an der ich jemals teilgenommen habe. Meiferts Lesung war dermaßen mitreißend, einfühlsam und bewegend, zusammen mit seiner Gestik hätte ich mir gerne das ganze Buch anhören können…
Mit der Lesung aus “Das Buch des Phönix” griff Meifert auch der nachfolgenden Verleihung des Kurd Lasswitz-Preises 2018 vor, denn Nnedi Okarafor hat mit diesem Roman in der Kategorie Bestes ausländisches Werk zur SF den ersten Preis gewonnen. Die Zeremonie war dahingehend eindrucksvoll und bewegend, weil Meifert für jedes prämiertes Werk vorgelesen hat, auch die Lesung aus Michael Marraks Werk “Der Kanon mechanischer Seelen” war phänomenal, da das ehemalige Mitglied des Stuttgarter SF-Stammtisches, Michael Marrak gerade beim Goethe-Institut in Dublin weilte, nahm Hardy Kettlitz in seinem Namen den Preis an und verlas eine Grußbotschaft von Michael…
Es folgten zwei interessante Panels mit Bernhard Hennen und Robert Corvus über ihre “Phileasson-Saga“, was für ihre Fans sehr vergnüglich war. Ob das Publikum mit der anschließenden Gesangsprobe, zu der die Autoren ihre Fans aufforderten, begeisterten, konnte ich nicht mehr realisieren, da ich gleich anschließend in den anderen Saal rannte, um …
… den Vortrag von Karlheinz Steinmüller nicht zu verpassen. In gewohnt launiger, stakkatoartiger Weise referierte er über das Thema des diesjährigen Con-Mottos “Ferne Welten”. Wie immer griff er das Thema weit an, von der Antike bis zur Neuzeit zeigte er Beispiele, wie Autoren zu jener Zeit über “Ferne Welten” erzählt haben. Karlheinz Vorträge sind eine Wucht und sie sind m.E. nicht wegzudenken, von den Elstercons, für viele Besucher sind seine Vorträge teilweise die einzigen Gründe um überhaupt zu kommen.
MeinHauptgrund zum Besuch des Elstercons war unter anderem der Besuch eines meiner Lieblings-Autoren, des Briten Alastair Reynolds. In erster Linie ging es in diesem Gespräch (das immer wieder durch die Übersetzung von Gregor Jungheim unterbrochen und in die Länge gezogen wurde) um seinen Einstieg als professioneller SF-Autor in die Szene, warum er als Wissenschaftler die ESA verlassen hatte, um danach alleine von der Schriftstellerei zu leben. Es wurde nochmals auf seinen “Revellation Space Zyklus” eingegangen, auch sein letzter, auf Deutsch veröffentlichter, Roman “Revenger” (Rache) wurde behandelt. Alles in allem ein smarter, symphatischer Auftritt des Hard-Science Autors aus England…
Ivo Schwartz berichtet derweil im Nebenzimmer über den Stuttgarter SF-Stammtisch (SFFS) und den Gebrauch des Werkzeuges “Goodreads.com” als ultimatives Werkzeug für einen lebendigen Stammtisch. Ich hoffe, dass Ivo in nächster Zeit seinen Vortrag online stellen kann, ich würde dann hier einen Link dazu einrichten.
Derweil lief im Nebenzimmer das Hauptpanel des diesjährigen Elstercons, eine Podiumsdiskussion einiger anwesenden Ehrengästen, moderiert von Karlheinz Steinmüller.
Nach einer kleinen Erhohlungspause ging es zum Panel des amerikanischen SF-Autors Nicholas Sansbury-Smith, moderiert von Hardy Kettlitz und übersetzt durch Claudia Rapp. Laut Hardy Kettlitz hat Sansbury-Smith mit der Extinction-Reihe (erschienen bei FESTA) ein neues Sub-Genre der SF erschaffen, eine Verbindung von Horror und SF. Nicholas Sansbury-Smith, der für die amerikanische Katastrophenschutzbehörde gearbeitet hat, hat sicher viel Einblick in Szenarien, die sehr viel Horror erzeugen können. Neben diesen Büchern ist gerade bei Heyne mit “Orbs” der Einstriegsroman einer neuen, SF-Reihe erschienen, über die man erst nach einer Lektüre berichten kann.
Mit der Verleihung des Deutschen SF-Preises 2018 wurde der zweite große deutsche SF-Preis auf diesem Con verliehen. Uwe Herrmann mit seiner Story “Das Internet der Dinge” (SPEKTRUM der Wissenschaft 6/17) bekam den Preis für die beste Kurzgeschichte 2017 und Marc-Uwe Kling bekam den Preis für den besten Roman 2017 (Quality-Land). Da auch er nicht kommen konnte, schickte er eine launige Grußbotschaft, in dem er überrascht feststellte, daß er nie mit einen SF-Literaturpreis gerechnet hatte…
Der Samstag ging mit einem Büffet, aufgebaut im Foyer, und dem anschließenden geselligen Zusammensitzen, zu Ende.
2. Teil des “visuellen” Conberichts von reherrma…
Der Sonntagmorgen begann mit den Kaffee-Klatschrunden, an zwei Tischen, garniert mit Kaffee und Kuchen, wurde diskuttiert, geredet, gefragt und gelacht. Für mich der Höhepunkt des Cons, da ich mich mit meinem Lieblings-Autor unterhalten konnte und mit Aliette de Bodard eine symphatische, neue Autorin kennenlernen durfte. Nach einer halben Stunde wurden Autoren ausgetauscht und Alastair Reynolds wechselte sich mit Aliette de Bodard ab. Da ich noch nichts von ihr gelesen habe, kann ich nicht viel über das Werk der nebenberuflichen Autorin und hauptberuflichen Systemanalytikerin und studierten Mathematikerin sagen. Ihre Fantasy-Romane (von denen einer auf deutsch übersetzt wurde) klangen interessant. Aus dem Gespräch war herauszuhören, dass sie auch SF schreibt und dem Genre eng verbunden ist. Beide Autoren waren symphatische und aufgeschlossene Zeitgenossen, mit denen man sich gerne länger unterhalten hätte…
Es wurden noch für Interessierte einen thematischen Stadtrundgang organisiert, derweil noch Panels angeboten wurden, z.B. berichtete Robert Corvus über sein Imago-Projekt. Ich hingegen wohnte der SFCD-Mitgliederversammlung bei, die sehr harmonisch verlief, wenn ich da zum Vergleich an die, teils chaotischen, SFCD-Mitgliederversammlungen in den 80ern zurückdenke, die manchmal über 2 Tage verliefen (STUCON 1981)
Zum Conabschluß wurden nochmals alle anwesenden Autoren auf die Bühne gebeten um noch abschließende Bewertungen zum Converlauf zu geben. Thomas Braatz, der Conorganisator, erklärte nochmals, dass er in 2020 noch einen letzten Elstercon organisieren werde, wie es aber danach weitergeht, kann man nicht sagen, er denkt eher pessimistisch, dass es danach nicht mehr weitergehen würde, da er niemand kennt, der das Elstercon-Projekt weiterführen würde. Somit geht ein großartiger Con mit einer nachdenklichen Message zu Ende…
Ein Teil unseres umtriebigen Haufens netter Leute, mit dem gemeinsam Hobby, Science-Fiction- und Fantasy-Literatur – speziell einige unserer Perry Rhodan-Interessierten & -Leser – traf sich beim Besuch des diesjährigen (2018) “Perry Rhodan-GarchingCon´11”, in München Trudering.
Sich dort in Inspirationen, Informationen und Diskussionen des “Perryversums” zur größten deutschen Science-Fiction Roman-Serie Perry Rhodan, ausgiebig, d.h. mehrtägig, gemeinsam und individuell, zu tummeln war ein großer Spass.
Das Eintauchen in die Informationsvielfalt der gebotenen Veranstaltungen beim Perry Rhodan Con-Geschehen hat unsere Gespräche ordentlich angeheizt, große Spannung erzeugt und war mit tollen Erlebnissen verbunden!